Ansatz

Im Mittelpunkt der Therapie steht der Mensch. Jeder Mensch ist anders, hat seine eigenen Potenziale und Prägungen. Eine individuelle Herangehensweise in der Therapie ist daher nicht nur wünschenswert, sondern notwendig.

Therapeutische Grundhaltung nach Rogers

Den therapeutischen Prozess gestalten wir gemeinsam. Als Therapeut begegne ich Ihnen auf gleicher Augenhöhe. Meine Aufgabe ist es dabei vor allem, die Arbeit an Ihrem persönlichen Anliegen verantwortungsvoll und einfühlsam zu begleiten. Meine therapeutische Grundhaltung steht in der humanistischen Tradition von Carl Rogers. Psychische Krisen werden als Chance gesehen, sich selbst ernst zu nehmen, seine eigene Wesensart zu finden und diese zu leben.

Zu meinen Methoden gehört das klientenzentrierte Gespräch, kunst- und musiktherapeutische Interventionen, sowie die Spiegelung innerer psychischer Anteile und Ich-Zustände mittels stellvertretender Wahrnehmung. Insbesondere orientiere ich mich an der Psychotraumatologie von Prof. Ruppert und der Tiefenpsychologie des Jung-Schülers Erich Neumann.

„Malen, Kunst, Musik und Bewegung ermöglichen den Zugang zu Erfahrungen der Säuglingszeit, einer Zeit, in der noch keine Worte zur Verarbeitung zur Verfügung standen.“ (Prof. Karl-Heinz Brisch)

Frühe Bindungserfahrungen prägen unsere Psyche ganz entscheidend. Wo sie traumatischer Art sind, das heißt subjektiv als lebensbedrohlich wahrgenommen werden, entwickeln wir Überlebensmechanismen, die uns unser ganzes Leben begleiten können und uns nachhaltig in unseren unbewussten, kaum kontrollierbaren, Reaktionsmustern prägen. Da wir in unserer frühen Kindheit noch völlig abhängig von unserer Bindungsperson sind, können Störungen dieser Bindungsbeziehung immense Folgen haben. Dies gilt insbesondere für die Phase, in der sich das kindliche Gehirn noch entwickelt. In der frühen pränatalen Phase ist das Kind noch ganz mit der Mutter verbunden, so dass ihr Erleben auch nachhaltige Auswirkungen auf das Kind haben kann.

„Durch jeden erfolgreichen Schritt werden neue Kräfte frei für den nächsten.“ (Prof. Franz Ruppert)

Die von mir praktizierte Therapie setzt hier an. Sie ist bindungsbasiert, systemisch und kreativ. In einem ersten Schritt arbeiten wir mit unseren gesunden Ressourcen und stärken diese. Dann werden wir uns der verschiedenen Facetten unseres Ichs, unserer verschiedenen Ich-Zustände bewusst. In einem nächsten Schritt beginnen wir, unsere von Überlebensstrategien dominierten Ich-Zustände zu verstehen. Ein weiterer Schritt besteht darin, unsere Ängste und Abwehrmechanismen vor uns widerfahrenem Schmerz zu erkennen und behutsam zu lernen, Gefühle wieder zuzulassen.

„Im Augenblick der Integration, tiefer Selbstliebe, sind Sie sich selbst so zugewandt wie eine gesunde Mutter ihrem neugeborenen Kind.“ (Vivian Broughton)

Das Therapieziel besteht darin, ganz zu werden, Fühlen und Denken in Einklang zu bringen: ein Weg stetiger Selbsterkenntnis. Wenn Sie sich selbst entdecken wollen und sich danach sehnen, mehr und mehr das zu leben, was Sie wirklich ausmacht, dann sind Sie bei mir richtig. Darum bezeichne ich meine Praxis auch als Praxis für identitätsorientierte Psychotherapie.

„Wenn ich keinen Halt mehr hatte und fiel, fiel ich hierher, ganz zu mir auf meine eigenen Füße. Mit der freundlichen Unterstützung durch meine Mitreisenden konnte ich das angstvolle Kind halten, mit ihm fallen und so etwas erwachsener werden.“ (Dr. Albrecht Mahr)

Manchmal kommen wir in der Therapie auch an Punkte, die mit den Traumata unserer Eltern, Großeltern oder sogar noch weiter zurückliegenden Ahnen zu tun haben. Ganz egal, ob unsere Vorfahren Täter oder Opfer waren oder sich in Täter-Opfer-Dynamiken verstrickt haben, ob wir es hierbei mit kollektiven oder individuellen Ereignissen zu tun haben: deren Auswirkungen reichen oft bis in die Gegenwart. In solchen Fällen kann es lohnend und befreiend sein, sich dies bewusst zu machen. Auch mit diesem transgenerationalen Ansatz können wir arbeiten.