Praxis für Psychotherapie

Der Pantarei Approach

Zur Ergänzung meines therapeutischen Profils lerne ich gerade den körpertherapeutischen Ansatz Pantarei. Hier einige Gedanken dazu, warum der Zugang zu unserem Körper ein Zugang zu unserer persönlichen Identität ist.

„Alles beginnt mit dem Körper“, so bringt es Daan van Kampenhout auf den Punkt, wenn er eines seiner systemischen Trainings beginnt. Ich habe viel bei ihm gelernt. Ob man nun systemisch arbeitet, traumatherapeutisch oder ressourcenorientiert: der Körper sollte immer mit einbezogen werden, gerade wenn es um unsere Emotionen, unsere Lebendigkeit und unsere Identität geht. All unsere frühen Prägungen sind in unserem Körper gespeichert. Wer mit der Psyche arbeitet, arbeitet nicht nur mit unseren bewussten kognitiven Erinnerungen, die im Gehirn verankert sind, sondern mit dem ganzen Körper, der sein eigenes präverbales Körpergedächtnis hat, das in jeder Körperzelle abrufbar ist und sich zum Beispiel in Form von Verspannungen und Blockaden in unserem ganzen Körper zeigen kann.

Ich habe letzte Woche mit einer körperorientierten Weiterbildung begonnen, um diese körperliche Ebene als Therapeut noch besser erreichen zu können. Denn nur wenn der Körper miteinbezogen wird, ist eine nachhaltige Heilung der Psyche möglich. Der Ansatz, den ich lerne, heißt Pantarei, was auf griechisch „alles fließt“ bedeutet. Und das Ziel dieses Ansatzes ist genau das: den Körper wieder ins Fließen zu bringen – und damit auch den Geist. Gearbeitet wird dabei mit Berührung. Berührung ist eigentlich etwas ganz Natürliches. 

„Ich glaube, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren.“ (Virginia Satir)

Jeder Säugling braucht Berührung und, wenn alles ideal läuft, ist sie von Anfang an ein zentraler Bestandteil unserer menschlichen Entwicklung. Leider ist davon viel verloren gegangen in unserer modernen Welt: wir haben das heilende Potenzial der Berührung vergessen, sind oft sogar ganz von unserer natürlichen Körperwahrnehmung im Hier und Jetzt abgeschnitten, befinden uns oft nur im Kopf und halten das für eine kulturelle Errungenschaft. Den menschlichen Verstand zu nutzen, ist ein großes Potenzial. Aber wenn wir dabei die Verbindung zu unserer Körperwahrnehmung und unseren Gefühlen verlieren, verlieren wir letztlich uns selbst.

Genau hier setzt der Pantarei Approach an: Pantarei bedeutet, mit dem eigenen Körper zu kommunizieren, dem gemeinsam nachzuspüren, was der Körper zu sagen hat. Das braucht Übung und Geduld, weil wir es so sehr verlernt haben. Der Pantarei-Therapeut kann uns bei dieser körperorientierten Selbstbegegnung begleiten, uns helfen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und uns in unserer Einzigartigkeit zu begegnen.

Während meiner Weiterbildung biete ich Pantarei-Sessions gegen einen Beitrag nach eigenem Ermessen in meiner Praxis an. Ein Termin kann unter praxis@gollmer.net oder Telefon (030) 51 63 91 11 gebucht werden.

Beitragsfoto (oben) von Berno Buff: Pantarei-Session mit Doris Bergmann